Das Leben nehmen von Thomas Macho | Suizid in der Moderne | ISBN 9783518425985

Das Leben nehmen

Suizid in der Moderne

von Thomas Macho
Buchcover Das Leben nehmen | Thomas Macho | EAN 9783518425985 | ISBN 3-518-42598-6 | ISBN 978-3-518-42598-5

Neue Zürcher Zeitung: Wie sehr Wahrnehmung und Realität des Suizids auseinanderklaffen, zeigt das kluge Buch des österreichischen Soziologen und Philosophen Thomas Macho ... . Macho bringt eine Ordnung, fast schon eine Methodologie in die Geschichte des Suizids und zeigt leitmotivisch auf, wie sehr die Selbsttötung mit der Moderne verbunden ist.

Süddeutsche Zeitung: In gekonnter Nacherzählung, in klug gesetztem Zitat, in genauem Bedenken und mit Empathie erhellt Macho ein Leitmotiv unserer Kultur.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Thomas Macho schreibt so über den Selbstmord, dass man nicht aufhören will, davon zu lesen.

Der Tagesspiegel: » Das Leben nehmen erzählt eine breitgefächerte Kulturgeschichte des Selbstmords …«

Deutschlandfunk: Thomas Macho bleibt streng sachlich in seinem Buch ... Denn [er] betreibt Wissenschaft, keine Propaganda – weder in der einen, noch in der anderen Richtung.

WDR: ... Thomas Macho [präsentiert] eine Fülle an Material, bestehend aus zahllosen Fallgeschichten und Beispielen aus der Literatur-, Film-, Kunst- und Philosophiegeschichte. Machos Zusammenschau belegt eindrucksvoll, wie sehr die Menschen dieses Thema beschäftige und beunruhigte, schon in der Antike und im Mittelalter, vor allem aber seit der Moderne.

Vaihinger Kreiszeitung: » Das Leben nehmen [zeichnet sich] durch Klarheit und Präzision aus, vor allem durch ein sicheres Gespür für treffende Zitate und erhellende Geschichten aus Politik, Philosophie, Medizin, den Künsten, also Literatur, Malerei und Film ... und anderen Lebensbereichen.«

Falter: Alle Leser, die eine bravouröse Kulturgeschichte des Suizids und der Moderne gleichermaßen suchen, sollten zugreifen.

Philosophie Magazin: Camus schrieb, dass es nur ein ernstes philosophisches Problem gebe: den Selbstmord. Macho liefert keine eigene Theorie und löst auch nicht das von Camus benannte Problem. Aber er breitet es doch in all seinen Facetten und Formen vor uns aus.

Zeitschrift für Geschichtswissenschaft: Macho zieht seine historische Linie nicht nur ungeheuer plastisch, verführerisch kasuistisch, sondern erzählt mit leichter Feder auch von der Dialektik der Automisierung, dass der Tod als Projekt, als individuelle Aufgabe, den überalterten Einzelnen leicht überfordert.

Das Leben nehmen

Suizid in der Moderne

von Thomas Macho

»Der Selbstmord«, schrieb Walter Benjamin in seinem Passagen-Werk , erscheint »als die Quintessenz der Moderne«. Und in der Tat: Nachdem der Versuch, sich das Leben zu nehmen, über Jahrhunderte als Sünde oder Ausdruck einer psychischen Krankheit betrachtet, in einigen Ländern sogar strafrechtlich sanktioniert wurde, vollzieht sich seit dem 20. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel, der zur Entstehung einer neuen Sterbekultur beigetragen hat. Der eigene Tod gilt immer häufiger als »Projekt«, das vom Individuum selbst zu gestalten und zu verantworten ist. Wer sich das Leben nimmt, will es nicht mehr nur auslöschen, sondern auch ergreifen und ihm neue Bedeutung geben.

Thomas Macho erzählt die facettenreiche Geschichte des Suizids in der Moderne und zeichnet dessen Umwertung in den verschiedensten kulturellen Feldern nach: in der Politik (Suizid als Protest und Attentat), im Recht (Entkriminalisierung des Suizids), in der Medizin (Sterbehilfe) sowie in der Philosophie, der Kunst und den Medien. Er geht zurück zu den kulturellen Wurzeln des Suizids, liest Tagebücher, schaut Filme, betrachtet Kunstwerke, studiert reale Fallgeschichten und zeigt insbesondere, welche Resonanzeffekte sich zwischen den unterschiedlichen Freitodmotiven ergeben. Seine Diagnose: Wir leben in zunehmend suizidfaszinierten Zeiten.