Der Sprachwechsel in Angeln im 19. Jahrhundert von Harald Wolbersen | Eine kulturhistorische Untersuchung zum Verlust der dänischen Varietät „Sønderjysk“ im Transformationsprozess zur Moderne | ISBN 9783830092124

Der Sprachwechsel in Angeln im 19. Jahrhundert

Eine kulturhistorische Untersuchung zum Verlust der dänischen Varietät „Sønderjysk“ im Transformationsprozess zur Moderne

von Harald Wolbersen
Buchcover Der Sprachwechsel in Angeln im 19. Jahrhundert | Harald Wolbersen | EAN 9783830092124 | ISBN 3-8300-9212-1 | ISBN 978-3-8300-9212-4

Der Sprachwechsel in Angeln im 19. Jahrhundert

Eine kulturhistorische Untersuchung zum Verlust der dänischen Varietät „Sønderjysk“ im Transformationsprozess zur Moderne

von Harald Wolbersen
Die gesprochene Sprache in der Region Angeln im Herzogtum Schleswig war Dänisch. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwand die Sprache von der Landkarte und wurde vom Nieder- und Hochdeutschen abgelöst. Historiker gehen noch heute davon aus, dass der Sprachwechsel ungewöhnlich schnell geschah, und dass es eine Frage des Prestiges gewesen sei, Deutsch zu sein und zu sprechen. Doch welche Rolle spielten die nationalen Eliten in der sprachlichen Auseinandersetzung und welche Sprachen wurden stigmatisiert? Das Buch zeichnet den Diskurs über die dänische Mundart in der Phase der Nationalisierung nach, die sich im Laufe des Jahrhunderts zu einer Massenbewegung entfaltete. Darüber hinaus wird das sprachliche System der historischen dänischen Varietät beschrieben und in Zusammenhang mit der traditionellen Sprachkontaktregion gebracht. Das nationale Konzept der Sprachgeschichte war darauf bedacht, die Sprachen der Region, insbesondere Dänisch und Deutsch, stark voneinander zu unterscheiden. Die historische Realität war in der Vor- und Frühmoderne jedoch eine andere: Die Sprachen glichen sich an. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Quellen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die von Schreibern einfacher Herkunft stammen und bisher wenig Berücksichtigung fanden. Angeln, das zu dem Zeitpunkt ein administrativer Teil des dänischen Gesamtstaats war, befand sich in einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruch. Die Texte belegen den Sprachgebrauch in Briefen, Tagebüchern und Schulheften sowie eine fortschreitende Durchdringung des Alltagslebens mit Schriftlichkeit. Zu einem ganz überwiegenden Teil sind die Texte in hochdeutscher Sprache abgefasst. In einigen Dokumenten lassen sich Einflüsse der niederdeutschen und/oder dänischen Sprache nachweisen, während andere nach hochdeutschen Vorlagen verfasst sind. Mit der Alphabetisierung und einer homogenisierter Sprache war letztlich die Plattform für die Nationalisierung der späteren Epoche geschaffen. Auch für den Sprachwechsel in Angeln war das Hochdeutsche als Schriftsprache entscheidend.