Capua – Grab und Gemeinschaft von Ellen Thiermann | Eine kontextuelle Analyse der Nekropole Fornaci (570 bis 400 v. Chr.) | ISBN 9783895008443
Buchcover ISBN 9783895008443

„The notoriously difficlut task undertaken by Thiermann of sorting out old excavation documentation results is a well-structured and clearly-written book, which is ampy provided with sub-conlcusions and documentary material to support the author’s proposed interpretation. Thiermann’s detailed reconstruction of the evidence allows to build a nuanced historical narrative that constitutes an important work for Capua in general, but also in terms of Classical Archaeological methodology, by introducing innovative methods and theories into the sometimes sterile Classical Archaeological approaches. A very broad public interested in Etruscan culture and history, South-Italian archaeology and Classical funerary Archaeology will throroughly enjoy the fruits of Thiermann’s labour.“

Von: Lieve Donnellan (VU University, Amsterdam)
In: Histara les comptes rendus (ISSN 2100-0700); Link: http:// histara.sorbonne.fr/cr.php?cr=1870
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„Mit der neuen Reihe Italiká , die ausschließlich die Archäologie Altitaliens mit all ihren Bereichen zum Thema hat und damit einem rapide anwachsenden Forschungsinteresse entgegenkommt, schließt sich eine Lücke in der deutschsprachigen Bücherwelt. Das deutliche Profil ergab sich aus dem großen Interesse für die Archäologie des vorrömischen Italien in der deutschsprachigen Forschung und an der entsprechenden Zahl aktueller Qualifikationsarbeiten, zu denen auch die ersten drei konzipierten Bände gehören. Die neue Reihe Italiká wird monographische Werke und thematisch einheitliche Sammelschriften aus allen Gebieten der Altertumskunde aufzunehmen, die sich im weitesten Sinne mit Quellen, Befunden und Funden zu den Bevölkerungsgruppen auf dem Territorium des heutigen Italien in vorrömischer Zeit befassen und methodisch und theoretisch innovative Ansätze bieten.“

In: http://www.fachbuchkritik.de/html/capua_grab_und_gemeinschaft.html




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„Insgesamt ist das Capua des 6. und 5. Jhs. v. Chr. auf der Basis dieser Arbeit wohl überhaupt erstmals einzuschätzen. Dies ist Thiermanns Vorgehen zu verdanken, nicht nur pauschale Kritik an dem sicherlich nicht unumstrittenen Ausgräber Werner Johannofsky zu äußern, sondern dessen Dokumentation auszuwerten, soweit es eben geht. Und es steht zu hoffen, dass der Befundlage dieser Nekropole rasch Befunde neuerer Grabungen mit besserer Grabungsmethode und Dokumentation an die Seite gestellt werden, von den hier in den Fußnoten oder auch anderen bei Thiermann angeführten italienischen Kollegen und Kolleginnen.“

Von Dr. Beat Schweizer

In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 16 (2013) 1357-1368, http://gfa.gbv.de/dr,gfa,016,2013,r,45.pdf

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„Die Autorin beschreibt anhand einer umfassenden Analyse der capuarnischen Nekropolen von 570 - 400 v. Chr., d. h. in der Phase der postulierten etruskischen Herrschaft eine Mikrogeschichte dieser Gemeinschaft, also die kollektiven Identitäten, die Sozialstrukturen und die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, wozu die Analyse der Bestattungsritualien einen privilegierten Zugang bietet.“

Von FD

In: Orbis Terraarum, 2012-2013, S. 265-266.

Capua – Grab und Gemeinschaft

Eine kontextuelle Analyse der Nekropole Fornaci (570 bis 400 v. Chr.)

von Ellen Thiermann

Capua gehörte zu den ältesten und bedeutendsten Städten Kampaniens im Altertum. Bereits in der Eisenzeit gegründet, entwickelte sich die Siedlung ab dem Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. zur Stadt. Diese Phase der Urbanisierung und der künstlerischen Blüte wird historisch oft als die etruskische Periode Capuas bezeichnet. Einigen Schriftquellen zufolge sollen die Etrusker die Stadt gegründet oder kolonisiert haben. Die meist isolierten, aber oft spektakulären archäologischen Funde aus Capua aus dieser Zeit wurden zur Rekonstruktion einer etruskischen Herrschaft herangezogen.
Die bewegte archäologische Forschungsgeschichte des modernen Santa Maria Capua Vetere hat allerdings – insbesondere hinsichtlich der Nekropolen – ein problematisches Erbe hinterlassen. Das einzige systematisch freigelegte Gräberfeld in località Fornaci mit über 1500 Gräbern von der Eisenzeit bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. war trotz der herausragenden Bedeutung dieses Befundes bisher nur in Ausschnitten bekannt.
In diesem Buch werden nun die gesamten Befunde der letzten beiden Phasen V und VI (570 bis 400 v. Chr.) der Nekropole in località Fornaci vorgelegt. Die Auswertung der bislang unbekannten Grabungsdokumentation und der Funde erlaubt erstmals Einsichten in die räumliche Struktur der Nekropole sowie eine Einbindung der Objekte in ihren ursprünglichen Kontext. In einem Katalog werden Pläne der Nekropole, eine Beschreibung jedes Grabkontextes sowie eine fotografische und zeichnerische Dokumentation der Funde präsentiert.
Auf dieser signifikant erweiterten Befundbasis baut eine umfassende Analyse der Capuaner Bestattungssitten in der archaischen und frühklassischen Zeit auf. Eine Auseinandersetzung mit den methodischen und theoretischen Problemen der Gräberfeldanalyse schafft zunächst den Rahmen für die Untersuchung dieser spezifischen Nekropole und der mit ihr verbundenen Problematiken. In einem eigenen Kapitel werden alle älteren Quellen zu den Capuaner Nekropolen ausgewertet. Dazu gehören die Bestände in internationalen Museen und die überlieferten Befunde der Grabungen des 19. Jahrhunderts.
In der folgenden Gräberfeldstudie werden – in fünf Ebenen gegliedert –, die topografische Situation des Bestattungsplatzes, die innere Struktur der Nekropole, Grabbau und Bestattungsritus, Grabbausstattung und Grabritual sowie die Funde nach Klassen ausführlich beschrieben und diskutiert.
Diese kontextuelle Analyse erlaubt es Ellen Thiermann, anhand der Nekropolen eine microstoria der Gemeinschaft zu entwerfen. Diese spiegelt weniger vermeintliche Kolonisationsprozesse oder historische Ereignisse wider, sondern gewährt neue Einblicke in die soziale Organisation der Gemeinschaft, kollektive Identitäten und die Repräsentation der capuanischen Eliten.
Mit diesem ersten Band der neu gegründeten Reihe „Italiká“ wird ein bedeutender Beitrag zur Aufarbeitung des archäologischen Erbes des antiken Capua geleistet und werden innovative Wege in der Interpretation von Nekropolenbefunden beschritten.


Über diese Reihe:
Mit der neuen Reihe „Italiká“, die ausschließlich die Archäologie Altitaliens mit all ihren Bereichen zum Thema hat und damit einem rapide anwachsenden Forschungsinteresse entgegenkommt, schließt sich eine Lücke in der deutschsprachigen Bücherwelt. Das deutliche Profil ergab sich aus dem großen Interesse für die Archäologie des vorrömischen Italien in der deutschsprachigen Forschung und an der entsprechenden Zahl aktueller Qualifikationsarbeiten, zu denen auch die ersten drei konzipierten Bände gehören.
Die neue Reihe Italiká wird monographische Werke und thematisch einheitliche Sammelschriften aus allen Gebieten der Altertumskunde aufzunehmen, die sich im weitesten Sinne mit Quellen, Befunden und Funden zu den Bevölkerungsgruppen auf dem Territorium des heutigen Italien in vorrömischer Zeit befassen und methodisch und theoretisch innovative Ansätze bieten, die das weit gefächerte Spektrum der komplexen Welt der Kulturkontakte exemplarisch beleuchten.

ISBN-Daten

Hardcover
322 Seiten
erschienen am
25.10.2012
ISBN-10
3-89500-844-3
ISBN-13
978-3-89500-844-3
Reihe
Lieferstatus
verfügbar
Preis
98,00 €*

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