Geheimrat Fritz von Holstein von Rengha Rodewill | Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld: Das Ende König Ludwigs II. von Bayern | ISBN 9783982161495

Geheimrat Fritz von Holstein

Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld: Das Ende König Ludwigs II. von Bayern

von Rengha Rodewill und Hans E. Pappenheim, bearbeitet von Rengha Rodewill und Micaela Porcelli
Buchcover ISBN

Geheimrat Fritz von Holstein

Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld: Das Ende König Ludwigs II. von Bayern

von Rengha Rodewill und Hans E. Pappenheim, bearbeitet von Rengha Rodewill und Micaela Porcelli
Geheimrat Fritz von Holstein – International Affairs
Als in der ersten Hälfte der 1880er Jahre der spätere Kaiser Wilhelm II. als Prinz ins Auswärtige Amt kommandiert wurde, warnte ihn Bis­marck vor diesem »Mann mit den Hyänenaugen«, und auch Bülow äu­ßerte sich später in ähnlicher Reserve. Während seiner ganzen Amtszeit mied Fritz von Holstein jede verantwortliche Stellung, wirkte aber im Hintergrund durch seine Kenntnis des gesamten Apparates der Wilhelmstraße und des Personals. Er übte einen unheilvollen, gar nicht kontrollierbaren Ein­fluss auf die auswärtige Politik des Reiches aus und setzte dieses Wirken auch nach der Pensionierung fort, da führende Persönlichkeiten, unter ihnen Reichskanzler Fürst Bülow, häufig seinen Rat suchten. Von Holsteins Wohnung Grossbeerenstraße 40 gibt es eine Schilderung des Journalisten Maximilian Harden: »Dicht am Kreuzberg, Kleinbürgerhäuser, Kleinbürgerläden. Fünf Minuten davon … poltert, kreischt, protzt das neue Berlin in Stuckpomp. Hier, zwischen der Hagelberger und der Kreuzbergstraße, ist es still. Kein Bierpalazzo, kein Prunkladen. Einige Kutscherkneipen, der Bäckermeister, der für drei, vier Gäste Sitzgelegenheiten bietet, Napfkuchen, Windbeutel, Sahnebaisers bereithält, auch, wenn es verlangt wird, Kaffee kochen lässt, nennt sich nur schüchtern Konditor. Sogar Grünkramkeller gibt’s da noch, vor denen auf dem Pflaster Kartoffeln, Kohl, Mohrrüben und Äpfel stehen. Hier ist seine Wohnung, drei Zimmerchen, nirgends die leiseste Ahnung von Luxus und Üppigkeit. Aber es muss auch regelmäßig etwas anderes sein, denn die Feinschmeckerei ist der einzige Tribut, den Holstein einer Le­bensfreude zahlt, die sonst bei ihm längst verschüttet ist.« In der soignierten Gaststätte »F. W. Borchardt« in der Französischen Straße, in der für Holstein jahrelang von 20 bis 23 Uhr ein kleines separates Zimmer reserviert war, komponierte der dama­lige Koch Hans Popp, der noch 1959 als Hotelier im All­gäu lebte, das bewusste »Schnitzel à la Holstein!« Seitdem war der Name Holstein auch mit dem des Hauses Borchardt und der internationalen Gastronomie eng verbunden.
Das Ende König Ludwigs II. von Bayern
Über die Anwesenheit der »Lustbuben« bei Hofe erfährt man in dem Bericht des Fürsten Eulenburg einiges, potenziell gefährlicher jedoch wären andere Informationen gewesen, wären sie denn an die Öffentlichkeit gedrungen: Ludwig II. hatte sich die Zustimmung zur Reichsgründung von Bismarck abkaufen lassen, dieses wurde wiederum aus schwarzen Kassen bezahlt. Eulenburg weiß über all das genauestens Bescheid, ist auch vertraut mit dem Friseur Hoppe, der die Regierung bilden soll. An dem schicksalhaften 13. Juni 1886 hält sich Eulenburg in der Villa Cäcilia am Würmsee (heute: Starnberger See) auf, die er damals mit seiner Familie bewohnte, blickte bisweilen durch ein Fernglas hinüber nach dem kleinen, weißen »Schloss Berg«. Am nächsten frühen Morgen, erhält Eulenburg die Botschaft: »Aus Berg ist soeben ein Wagen gekommen, der eilend Dr. Heiß holte. Man hat in seinem Hause gesagt, dass der König und der Irrenarzt Gudden tot im See gefunden seien.«

ISBN-Daten

eBook, EPUB
100 Seiten
Kopierschutz
digitales Wasserzeichen
Auflage
1
erscheint im
Oktober 2022
ISBN-10
3-9821614-9-5
ISBN-13
978-3-9821614-9-5
Lieferstatus
noch nicht verfügbar
Preis
12,99 €*

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