Die Regierung der Lebenden von Michel Foucault | Vorlesungen am Collège de France 1979-1980 | ISBN 9783518586082

Die Regierung der Lebenden

Vorlesungen am Collège de France 1979-1980

von Michel Foucault, aus dem Französischen übersetzt von Andrea Hemminger
Buchcover Die Regierung der Lebenden | Michel Foucault | EAN 9783518586082 | ISBN 3-518-58608-4 | ISBN 978-3-518-58608-2
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: »Wer heute den Sieg des Liberalismus verstehen will, sollte unbedingt Michel Foucaults Vorlesungen Die Regierung der Lebenden aus dem Jahr 1980 lesen.«
Deutschlandfunk: » Die Regierung der Lebenden kann man seit ihrem Erscheinen zu den wichtigen Werken der jüngeren philosophischen Anthropologie rechnen.«
Widerspruch: »Mit der Regierung der Lebenden hat Suhrkamp einen weiteren materialreichen und zum eigenen Denken anregenden Vorlesungsband aus den Jahren 1979 bis 1980 vorgelegt.«

Die Regierung der Lebenden

Vorlesungen am Collège de France 1979-1980

von Michel Foucault, aus dem Französischen übersetzt von Andrea Hemminger
Die Vorlesungen, die Michel Foucault in den Jahren 1979 und 1980 am Collège de France gehalten hat, haben in seinem Werk eine Scharnierfunktion. Nach der Untersuchung der politischen Wahrheitsregime, die im Zentrum der großen Vorlesungen zur Gouvernementalität standen, treten hier nun die ethischen Wahrheitsregime, die Selbsttechnologien, ganz in den Fokus von Foucaults Forschungen. Ein Thema, das ihn bis zu seinem Tod beschäftigt hat.
Wie kommt es, so Foucaults zentrale Frage, dass in der christlich-abendländischen Kultur von den Menschen nicht mehr nur Akte des Gehorsams und der Unterwerfung, sondern auch »Akte der Wahrheit«, des Wahrsprechens über sich selbst, über ihre Fehler, Wünsche und den Zustand ihrer Seele, verlangt werden? Zur Beantwortung dieser Frage unterzieht Foucault zunächst Sophokles' König Ödipus einer neuen Lektüre, wendet sich aber dann dem Urchristentum und dessen Praktiken der Taufe, Gewissensprüfung und Buße zu. In diesen Ritualen wird eine pastorale Ökonomie sichtbar, die um das öffentliche Geständnis kreist. Im Gegensatz zu dieser Ethik der Reinigung war die antike, heidnische Moral noch durch eine »Kunst der Existenz« bestimmt, wie sich in einem abschließenden Vergleich zeigt.
Mit Die Regierung der Lebenden liegen nun Foucaults erste Untersuchungen zu diesen Fragen der Ethik und Ästhetik der Existenz vor, die den fulminanten Auftakt zu seinem Spätwerk bilden.