Vers und Atonalität von Konstantin Voigt | Verfahren der Textvertonung in den frei atonalen Liedern Arnold Schönbergs und Anton Weberns | ISBN 9783862960651

Vers und Atonalität

Verfahren der Textvertonung in den frei atonalen Liedern Arnold Schönbergs und Anton Weberns

von Konstantin Voigt
Buchcover Vers und Atonalität | Konstantin Voigt | EAN 9783862960651 | ISBN 3-86296-065-X | ISBN 978-3-86296-065-1

Vers und Atonalität

Verfahren der Textvertonung in den frei atonalen Liedern Arnold Schönbergs und Anton Weberns

von Konstantin Voigt
Vorliegende Arbeit setzt sich unter historischen Aspekten atonalen Komponierens mit einem der grundlegenden Bezüge zwischen Textform und Vertonung auseinander. Mit einer brillant unkonventionellen Methode stellt sie sich auf der Basis des sich wandelnden Bildes der Musikgeschichte der Wiener Schule die Aufgabe, das Verhältnis von Vers und Atonalität neu in den Blick zu nehmen. Hierin wird auch das ganze Spektrum der Textbehandlung zwischen „Prosa-Auflösung der Verse“ und Wiederholungsverbot bis zur Aufgabe seines Formpotenzials als musikalischer Stimulus und Parameter sichtbar.
Ausgehend von einer synchronen Untersuchung zu den drei George-Zyklen Weberns und Schönbergs aus den Jahren 1908 und 1909, die deutlich die Rolle des Textes in der Formungsphase freier Atonalität zu illustrieren vermag, da diese Lieder zu den ersten vollständig atonalen Kompositionen Schönbergs und Weberns zählen und die Vertonungsstrategien der beiden Komponisten gelten der Forschung als gegensätzlich, werden mit Weberns spätere Lieder, eine diachrone historische Perspektive eröffnet, welche aus dem Schaffen Schönbergs oder Alban Bergs nicht zu gewinnen wäre. Denn während sowohl für Schönberg als auch für Berg Lieder am Übergang zur freien Atonalität eine bedeutende Rolle spielen, verebbt die atonale Liedproduktion beider in den 1910er Jahren zugunsten anderer Gattungen. Webern dagegen komponiert nach seinen kurzen Instrumentalstücken der frühen 1910er Jahre beinahe ausschließlich Lieder. Darin zeigt sich einerseits das fortdauernde Interesse des Komponisten am Potenzial gebundener Sprache, andererseits wird beobachtbar, wie sich Textwahl und Vertonungsstrategien Weberns während seiner atonalen Schaffensphase veränderten.
Wie zudem ein erster Blick auf die Diskurse zur „Prosa-Auflösung der Verse“ zeigt, lässt sich die Frage nach dem Verhältnis von Vers und Atonalität nicht unabhängig von diesen fachgeschichtlichen Bedingungen stellen, denn auch hier gibt es keine voraussetzungslose Analyse. Den historiographisch prägenden Diskurselementen „musikalische Prosa“, „Wiederholungsverbot“ und „Formproblem“ ist daher ein eigenes Kapitel gewidmet.
Folgende Kompositionen wurden einer eingehenderen Analyse unterzogen: Arnold Schönbergs Op. 15 (2, 5, 6, 8, 13, 14) und Pierrot lunaire, Anton Weberns Op. 3 (1, 2, 5), Op. 4 (4, 5), Op. 12/1, 13/4, 15/4-5, Op. 16/1-4 und Op. 17/1.