
Besprochen in: Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2011Über-Sichten, 42/2 (2017), Oliver König
Alexander Brandenburg, www.socialnet.de, 29.01.0213: Das übrigens schön gemachte Buch gibt dem Leser eine Menge an Wissensstoff und Stoff zum Nachdenken. Jeder Aufsatz ist seine aufmerksame Lektüre insbesondere für diejenigen wert, die sich im Beratungs- und Therapiegeschäft bewegen und ihre Arbeit [...] reflektieren möchten.
Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2011: Die Ratgeber versprechen zwar ein besseres oder glücklicheres Leben, doch dieses ergibt sich nicht durch eine Befreiung des Selbst (wovon auch immer), sondern durch dessen ›proaktive‹ Anpassung an die gegebenen Bedingungen.
Das beratene Selbst
Zur Genealogie der Therapeutisierung in den ›langen‹ Siebzigern
herausgegeben von Sabine Maasen, Jens Elberfeld, Pascal Eitler und Maik TändlerOrgasmusschwierigkeiten, Familienleben oder Personalführung – überall findet sich das Subjekt aufgefordert, unter Rückgriff auf ein hoch diversifiziertes Therapie- und Beratungsangebot an sich zu arbeiten, Kompetenzen zu entwickeln, Potenziale zu aktivieren. Doch wie erklärt sich der Aufstieg dieser Selbsttechnologien? Aus genealogischer Perspektive gehen die sozial- und geschichtswissenschaftlichen Beiträge dieses Bandes der These nach, dass der »Psychoboom« als eine der strukturellen Veränderungen »nach dem Boom« in der Bundesrepublik Deutschland anzusehen ist – als Institutionalisierung einer »Krisenbewältigungsanstrengung«.